
Der Ausdruck „Peer“ kommt aus dem Englischen, und er bedeutet „gleichrangig“. Als „Peer“ werden Personen bezeichnet, die vor allem im Bereich Krisenintervention tätig sind. Sie helfen Einsatzkräften, aber auch Menschen, die eine psychisch sehr belastende Situation bewältigen müssen. Damit in späterer Folge keine posttraumatische Belastungsstörung oder eine andere psychische Erkrankung entstehen kann, arbeiten Peers präventiv an der Erhaltung der mentalen Gesundheit und an der Resilienz (natürliche Widerstandskraft).
Dabei geht es vor allem darum, dass der Peer „gleichrangig“ ist, also dass er eben selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation war, und diese bewältigen musste. So stehen die Peermitarbeiter mit dem Betroffenen auf einer Ebene. Dadurch sind sie empathischer und verständnisvoller, als es jemand anderes sein könnte.
Im Rettungs-, Feuerwehr- oder Bundeswehrdienst kann nur jemand ein Peer sein, der die entsprechende Einsatzerfahrung und die gleiche Basis hat wie die Kolleginnen und Kollegen. Denn dieser Mensch hat einen weit besseren Zugang und ein ganz anderes Verständnis, als ein externer Therapeut oder Psychologe.
Es sind nicht immer nur professionelle Einsatzkräfte von belastenden Situationen betroffen, denn auch ein Mensch wie Sie und ich kann einmal in einen Unfall verwickelt werden. Eine erfolglose Reanimation, ein plötzlicher Kindstod oder ein erfolgreicher Suizid in der eigenen Familie kann schwere Traumen auslösen. Aber auch Stress, dauernde Überforderung, Selbstzweifel und ein drohendes Burnout können Menschen in die Verzweiflung treiben, sodass sie mental schwer erkranken können. Auf der Psychiatrie greift neben den medikamentös- medizinischen Ansätzen auch die Peerarbeit sehr gut. Sie kann Patientinnen und Patienten komplementär zu einer Heilung verhelfen.
Denn der Weg zurück in die „Normalität“ ist oft schwerer und länger als sich „gesunde“ Menschen vorstellen können. Als Peer, der diesen Genesungsweg selbst gegangen ist, kann man sein Erfahrungswissen nutzen, um wirklich zu verstehen, was die Patientinnen und Patienten bewegt. Als kollegiale Ansprechperson auf gleicher Ebene ist es leichter einen Vertrauensvorschuss zu bekommen, als auf der Arzt-Patienten-Ebene.
Um in der Peerarbeit „ganz normale Menschen“, also Laien, dabei zu unterstützen, ein negatives oder schwer belastendes Ereignis rationaler und leichter zu verarbeiten, bedarf es einer Ausbildung.
Peers können dabei ihren eigenen Erfahrungsschatz mit dem jeweiligen Thema vorweisen, und lernen Strategien, mit denen sie Gleichgestellte begleiten können. Durch die professionelle Ausbildung zum Peer erkennen sie aussergewöhnliche Reaktions- und Verhaltensmuster nach belastenden Ereignissen.
Ihre persönlichen Erfahrungen werden in der Peerausbildung durch das Erlernen psychologischer Notfallhilfe erweitert.
In der Schweiz werden Peers über die „Krisenintervention Schweiz“ ausgebildet. Das Peersupport System funktioniert im Idealfall so, dass ein Pool an fertig ausgebildeten Peers – meist in ehrenamtlicher Tätigkeit – zur Verfügung steht. In einer privaten Notsituation oder nach einem belastenden Einsatz einer Blaulichtorganisation wird die jeweilige Peerperson eingesetzt, welche bereits ähnliche Ereignisse selbst erfolgreich bewältigt hat.
Das Peersupport System wird aber auch in Krankenanstalten auf Psychiatrien vermehrt genutzt. Menschen in Krisen brauchen professionelle Unterstützung, und gerade in der Peerarbeit kann sehr viel auch präventiv gearbeitet werden. Peers begleiten zum Beispiel auch Angehörige von schwer psychisch erkrankten Personen. Aber auch Kolleginnen und Kollegen auf der Station können vom Peersupport profitieren, und belastende Situationen mit ihren Patientinnen und Patienten erfolgreich aufarbeiten.
Das Peersupport System kommt ursprünglich aus den USA und etablierte sich nach und nach auch in Europa. Diese Form der psychosozialen Unterstützung zählt nicht zur reinen Psychotherapie, denn der Peersupport wird als „präventive Massnahme“ angesehen. Erst wenn sich bei Besprechungen und einer Unterhaltung auf Augenhöhe herausstellt, dass möglicherweise ein Psychotrauma vorliegt, dann werden weitere Massnahmen zur Unterstützung des Betroffenen eingeleitet.
Cornelia Hartenbach begleitet in ihrer Mindyoga Praxis vor allem Menschen aus dem Umfeld von Belp, Bern, Bümpliz, Gümligen, Ittigen, Kehrsatz, Köniz, Liebefeld, Muri bei Bern, Ostermundigen, Wabern und Zollikofen erfolgreich mit ihrer Peerarbeit.
Sie selbst ging durch eine schwere Depression mit einem dreimonatigen stationären Aufenthalt auf der Psychiatrie und kämpfte sich mit ihrer Familie zurück ins Leben. Diese Erfahrung am eigenen Leib macht sie zu einem ausgezeichneten Peer für Menschen mit Burnout, Depression, Überforderung und Ängsten.
Cornelia Hartenbach arbeitet auch im stationären Bereich der Psychiatrie und hält immer wieder Fachvorträge. Sie verbindet ihre wertvolle Arbeit auch mit psychologischem Yoga, und hat schon vielen Menschen auf ihrem „Weg zurück“ begleitet.